Gestörte Wundheilung durch Diabetes

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Zeitbombe Diabetes

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine Volkskrankheit.

In Österreich leben mittlerweile mehr als 600.000 Menschen mit Diabetes, in Deutschland sind rund 7 Millionen betroffen, die unerkannten Erkrankungen nicht eingerechnet! Die Dunkelziffer liegt in Österreich zwischen 150.000 und 220.000 Fällen, und in Deutschland bei 2 Millionen!

 


Man unterscheidet zwischen einem Typ 1- und Typ 2-Diabetiker.

Diabetes Typ 1

Die erste Form tritt bereits im Kindes- bzw. Jugendalter auf. Eine Autoimmunerkrankung ist der Auslöser – das Immunsystem zerstört die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Lebenslange Behandlung mit Insulin ist die Folge.

 

Diabetes Typ 2

90% der Erkrankten leiden am zweiten Typ, diese Erkrankung entsteht schleichend über viele Jahre. Bei dieser chronischen Stoffwechselstörung werden die Zellen resistent gegen Insulin und können somit den Kraftstoff Zucker nicht mehr aufnehmen. Es kommt zu einem dauerhaft erhöhten Zuckerspiegel im Blut durch die Insulinresistenz.

 

Der Begriff „Zuckerkrank“

„Honigsüßer Durchfluss“ ist die wörtliche Übersetzung. Der Arzt Thomas Willis beschrieb als erster die Krankheit und erkannte, dass der Urin von Patienten einen süßen Geschmack aufweist.

 

Die Aufgabe von Insulin

Unser Stoffwechsel wird von Hormonen reguliert. Die Bauchspeicheldrüse produziert in den β-Zellen der Langerhans’schen Inseln das Hormon Insulin, das den Zucker in Form von Glukose in die Muskel- bzw. Fettzellen schleust.

Doch woher kommt der Zucker? In unseren Lebensmitteln stecken Stärke und Zucker (z.B. Haushaltszucker, Fruchtzucker, Milchzucker,…), die durch die Verdauungsvorgänge umgebaut und in die einzelnen Nährstoffe zerlegt werden. Das Endprodukt ist Traubenzucker (Glukose), dieser kann in den Zellen aufgenommen und als Energielieferant verwendet werden – vor allem für das Gehirn und die roten Blutkörperchen.  

Damit der Blutzuckerspiegel nach einem Essen nicht zu stark ansteigt bzw. wieder auf ein normales Niveau absinkt, transportiert das Insulin die Glukose weiter. Bei Diabetes funktioniert dieser Mechanismus nicht richtig und so steigt der Zucker im Blut immer höher an.

 

Zuviel Zucker schadet den Organen

Durch den ständigen Zuckerüberschuss im Blut nimmt unser Körper Schaden, die meisten Probleme entstehen durch die Verengungen der großen und kleinen Blutgefäße. Bluthochdruck (Hypertonie) ist ein zusätzlicher Risikofaktor.

 

Verschiedenen Folgeerkrankungen ergeben sich dadurch:

  •  Schlaganfall: Durchblutungsstörungen im Gehirn
  • Diabetische Augenerkrankungen: Netzhautschädigungen, grauer Star, Makula-Ödem, Fehlfunktion der äußeren Augenmuskeln, optische Neuropathie. Erblindung kann die Folge sein.
  • Schädigung der Nieren bis zum chronischen Nierenversagen mit Dialysepflicht
  • Durchblutungsstörung in den Beinen: Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Funktionsstörung des Nervensystems mit Symptomen wie Schmerzen, Taubheitsgefühl, Störungen der Temperaturwahrnehmung oder Sensibilitätsstörungen.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bei erhöhten Blutfettwerten haben Diabetiker ein 2-4 Mal so großes Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, als Gesunde.
  • Diabetischer Fuß: Durch Durchblutungsstörungs- und Sensibilitätsstörungen kann es zu unbemerkten Verletzungen an den Füßen kommen, die zur Amputation führen können.

Die Krankheitsursachen

Erbliche Belastung – wenn es in der Familie bereits Typ-2-Diabetiker gibt.

Der Lebensstil – wenig Bewegung, eine kalorienreiche, fette Ernährungsweise und Rauchen tragen zur Entstehung von Diabetes Typ 2 bei.

Übergewicht, Bluthochdruck, eine Fett- oder Zuckerstoffwechselstörung gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren.

Schwangerschaftsdiabetes – Frauen, die während der Schwangerschaft an dieser Stoffwechselstörung litten, tragen ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2. Symptome

  • Es vergehen im Schnitt sieben Jahre, bis sich aus dem Prädiabetes (Vorstufe von Diabetes) ein Typ-2-Diabetes entwickelt.
  • Folgende Symptome können darauf hinweisen:
  • Gestörte Wundheilung
  • Vermehrte Hautinfektionen
  • Erhöhte Blutzuckerwerte im nüchternen Zustand
  • Übergewicht mit Bauchumfang bei Frauen über 88 cm, bei Männern über 102 cm
  • Ständiges Durstgefühl
  • Verstärkter Harndrang und erhöhte Harnmenge
  • Müdigkeit, Leistungsschwäche, geringere psychische Belastbarkeit
  • Unscharfes Sehen
  • Gewichtsverlust durch absoluten Insulinmangel

Man sollte jedes einzelne Symptom so früh wie möglich ernst nehmen.

TIPP der ÖDG: Jede der genannten Beschwerden kann auch andere Ursachen haben. Trotzdem – vor allem aber, wenn mehrere dieser Symptome gleichzeitig vorliegen – sollte so rasch wie möglich der Blutzucker untersucht werden! Ist der Blutzuckerwert normal, sollten andere mögliche Ursachen abgeklärt werden.

 

Quellen: Österreichische Gesellschaft für Diabetes (ÖDG), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)   

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